Teil 1: Was Sie vor der Unternehmensnachfolge wissen müssen

Der demografische Wandel in Deutschland macht auch vor KMUs keinen Halt. Im Mittelstand wird sich das insbesondere bei der Unternehmensnachfolge bemerkbar machen, die in den nächsten Jahren noch deutlich ansteigen wird. Geschätzte 80% aller Nachfolgen in Deutschland erfolgen jetzt schon altersbedingt (Institut für Mittelstandsforschung, 2012). Leider machen sich nur wenige Unternehmen frühzeitig Gedanken um ihre Nachfolgeregelung. Aktuelles Beispiel ist Hans Riegel, der bis zum Schluss keine Verantwortung abgeben wollte und es daher verpasste, einen geeigneten Nachfolger für Haribo zu finden.

Um solche Problemen bei der Nachfolge zu entgehen, macht es Sinn, sich schon frühzeitig mit dem Thema zu beschäftigen. An erster Stelle ist also der Zeitfaktor zu nennen. Eine frühzeitige Planung der Nachfolge, die leider viel zu wenig Unternehmen und Geschäftsführer bisher auch umsetzen, ist das A und O.

Im Mittelstand erfolgt die Übergabe meist familienintern. Laut dem Institut für Mittelstandsforschung liegt der Wert bei etwa 42%.  Weniger häufig erfolgt die Übergabe an Mitarbeiter innerhalb des Unternehmens oder durch externe Führungskräfte. Über ein Drittel der Unternehmen sind jedoch hinsichtlich einer anstehenden Unternehmensnachfolge noch unentschlossen (Institut für Mittelstandsforschung, 2012). Daneben besteht natürlich auch die Möglichkeit, das Unternehmen zu verkaufen. Diese Optionen sollen schon frühzeitig durchdacht werden.

Doch selbst wenn bereits frühzeitig über die Nachfolge und mögliche Kandidaten nachgedacht wird, können Probleme sowohl auf Seiten des Übergebers als auch des Nachfolgers auftreten. Auf Seiten des Übergebers zählt dazu insbesondere die emotionale Bindung an das Unternehmen. Häufig fällt es schwer, loszulassen und anderen die Führung zu überlassen. Eng damit verknüpft sind auch der Stolz des Unternehmers und der Gedanke, dass ein anderer es niemals so gut machen kann. Zum anderen spielt die Angst vor dem Verlust des bisherigen Lebensstandards und dem Sinn des Lebens eine Rolle. Diese Aspekte führen leider häufig dazu, dass die Unternehmensübergabe von Seiten des Geschäftsführers immer weiter verdrängt wird und somit gar nicht oder erst im letzten Moment geplant werden kann. Im schlimmsten Fall steht der Nachfolger dann vor vollendeten Tatsachen und das Unternehmen fällt zunächst in ein Führungsloch.

Auf der anderen Seite muss natürlich im Vorfeld der passende Nachfolger gefunden werden. Je mehr Zeit für die Suche nach einem passenden Kandidaten eingeplant werden kann, desto eher kann eine falsche Auswahl vermieden werden. Gibt es beispielsweise einen potentiellen Kandidaten in der eigenen Familie oder Firma, kann dieser im Vorfeld gezielt geschult und auf seine zukünftigen Aufgaben vorbereitet werden.

Als weiteren Punkt, insbesondere für den externen Nachfolger, ergibt sich eine möglichweise mangelnde Transparenz. Hier gilt es, frühzeitig auf nachvollziehbare Strukturen und Prozesse zu achten.

Die geregelte Unternehmensnachfolge beginnt also im besten Falle schon weit vor der tatsächlichen Nachfolge. Doch auch während und nach der Übergabe sind Probleme nicht ausgeschlossen. Welche das sind und wie Sie diese am besten umgehen können, erfahren Sie in meinen nächsten beiden Beiträgen zum Thema Unternehmensnachfolge.

 

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Veröffentlicht am 25.10.2013