Nachhaltigkeit in KMU's

Nachhaltigkeit - der Begriff ist im Moment in aller Munde. Aber was versteht man eigentlich darunter? Und welche Rolle spielt Nachhaltigkeit für KMUs? In der aktuellen Corporate Management Reihe möchten ich mich gerne genau diesen Fragen widmen.

Der Begriff "Nachhaltigkeit" lässt sich bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen - es kann also nur bedingt von einem aktuellen Trend gesprochen werden. Bereits damals standen ökologische Aspekte im Mittelpunkt: Holz kam zu dieser Zeit als vorherrschende Bauressource zum Einsatz, Bäume und ganze Wälder wurden dementsprechend ohne Rücksicht auf Verluste gefällt. Bald wurde jedoch klar, dass die Ressource Holz endlich ist, weshalb eine nachhaltige Nutzung unumgänglich war.

Heutzutage lässt sich Nachhaltigkeit nicht mehr nur auf ökologische Aspekte beschränken. Vielmehr wird von einer Dreiteilung ausgegangen. Neben der Ökologie spielen zudem auch soziale und ökonomische Überlegungen eine Rolle. Durch den Begriff Nachhaltigkeit sollen gemeinsame (gesellschaftliche) Interessen hervorgehoben werden. Für den Unternehmer bedeutet das konkret, sich mit seinem Umfeld auseinanderzusetzen und gegebenenfalls in Kontakt zu treten. Dazu zählen nicht nur die Anteilseigner eines Unternehmens, sondern vor allem die Kunden, Mitarbeiter, Partner, Zulieferer, oder allgemein das gesamte Netzwerk.

Diese Sichtweise geht zurück auf den Stakeholder-Ansatz von R. Edward Freeman [1].  Die Stakeholder, oder zu Deutsch Anspruchsgruppen, sind Individuen oder Gruppen, welche das Unternehmen beeinflussen (können) oder aber durch das Unternehmen beeinflusst werden. Meist stehen die Anspruchsgruppen und das Unternehmen in einer wechselseitigen Beziehung. Neben den ökologischen, sozialen und ökonomischen Bestandteilen spielt beim Stakeholder-Ansatz zudem das politische Umfeld eine Rolle.

Sie denken jetzt vielleicht, dass Nachhaltigkeit nur etwas für große Konzerne ist. Doch gerade kleine und mittlere Unternehmen können effektiv und häufig auch schneller als Großunternehmen auf Nachhaltigkeit eingehen und sie umsetzen. Ein klarer Wettbewerbsvorteil für Sie! So sind mittelständische Betriebe flexibler, da häufig wenig Bürokratie zur Umsetzung notwendig ist und durch die interne Kommunikation Prozesse schneller angestoßen werden können. Auch die regionale Verbundenheit spielt eine wichtige Rolle. Unternehmen übernehmen hier häufig bereits soziale Verantwortung, beispielsweise durch das Sponsoring des lokalen Sportvereins.

Durch Nachhaltigkeit ergeben sich aber auch Vorteile für Unternehmen, über die vielleicht noch gar nicht nachgedacht wurde. Als Anbieter nachhaltiger Produkte oder Dienstleistungen können Sie beispielsweise neue Kundengruppen und Nischenmärkte erreichen, die Sie bisher nicht ansprechen konnten.  Oder Sie gehen in Ihrem Netzwerk als Vorbild voran - und fördern so nachhaltiges Verhalten bei Ihren Partnern und Lieferanten.

Wer hätte das gedacht - Nachhaltigkeit eignet sich also besonders gut für kleine und mittlere Unternehmen. Wie sich Nachhaltigkeit konkret in KMUs anwenden lässt, erfahren sie ab Januar in meinem nächsten Beitrag.

 

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Veröffentlicht am 12.12.2013


[1] Aktuelle Ausgabe: R. Edward Freeman (2010):  Strategic Management: A Stakeholder Approach